COfundOS

Homepage: http://www.cofundos.org/
Mit COfundOS, einem Projekt der Universität Leipzig, soll die Umsetzung von neuen Ideen für Open Source Software gefördert werden. Das Projekt stellt ein Portal bereit, in dem Entwürfe für neue freie Software vorgestellt und diskutiert werden können. Anschließend wird ein Prozess etabliert, in dessem Verlauf Mittel für die Realisierung des Projekts aquiriert und Entwickler ausgewählt werden, die in der Lage und bereit sind, das Projekt zu dem gebotenen Preis zu realisieren.

Der COfundOS-Prozess verläuft in 8 Schritten:
- Jemand benötigt eine neues Open Source Tool (oder eine neues Feature in einer bereits existierenden freien Software) und beschreibt die gewünschte Funktionalität.
- Andere Nutzer verbessern die Beschreibung, es entsteht eine genaue Spezifikation der Software.
- Nutzer, die an der Realisierung des Projekts interessiert sind, bieten einen bestimmten Betrag, den sie im Falle einer erfolgreichen Umsetzung des Projektes zu zahlen bereit sind.
- Entwickler geben Angebote ab, in denen sie erklären, in welchem zeitlichen Rahmen und für welchen Betrag sie bereit und in der Lage sind, das Projekt zu realisieren.
- Sobald die Gesamtsumme der Gebote den Betrag des ersten Angebots erreicht, beginnt eine Frist von drei Wochen für Konkurrenz-Angebote zu laufen.
- Nach Ablauf der 3-Wochen-Frist stimmen alle Bieter darüber ab, welcher Anbieter den Zuschlag erhalten soll. Dabei bestimmt sich das Gewicht der Stimme eines Bieters nach dem von ihm gebotenen Betrag.
- Nachdem der Anbieter die Software fertig gestellt hat (bzw. der zugesagte Fertigstellungstermin erreicht wurde), stimmen die Bieter darüber ab, ob das Projekt erfolgreich abgeschlossen wurde und die angebotene Lösung den Spezifikationen entspricht.
- Wenn die Mehrheit der Bieter entscheidet, dass das Projekt erfolgreich abgeschlossen wurde, werden die Bieter um Zahlung gebeten. Entscheidet die Mehrheit der Bieter, dass die Spezifikationen nicht realisiert wurden, gilt das Projekt als gescheitert, es erfolgen keine Zahlungen. Erkennt die Mehrheit der Bieter die teilweise Realisierung der Spezifikationen, kann eine Nachfrist eingeräumt werden.

Eine sehr schöne Idee!
Ich bin sehr gespannt, ob zum Schluss die gebotenen Beträge auch tatsächlich ausgezahlt werden. Die Gebote werden zwar als verbindlich bezeichnet, die Betreiber geben aber an, nicht rechtlich gegen Zahlungsunwillige vorgehen zu wollen. Ich drücke die Daumen, dass das dennoch klappt! Bei kleineren Projekten kann ich mir das vorstellen, das Risiko der Entwickler hält sich dann auch in Grenzen. Problematisch wird die Zahlungsunsicherheit bei größeren Projekten. Sollten solche Projekte zu Stande kommen, wird man über Möglichkeiten der Absicherung von Zahlungsausfällen nachdenken müssen.
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