Atop – Johnny Controllettis favorite linux tool

Homepage: http://www.atcomputing.nl/Tools/atop/home.html
Was – verdammt – geht hier vor sich? Das fragt man sich, wenn’s beim Systemstart ewig dauert, bis endlich die graphische Benutzeroberfläche geladen und benutzbar ist und die Festplatte rödelt, als würde sie für jede Umdrehung ein Fleißkärtchen bekommen. “Was geht hier vor sich” fragt man sich auch, wenn der Browser wieder mal ewig braucht um das letzte kleine Logochen anzuzeigen, obgleich man eine 6mbit-DSL-Leitung hat. Oder wenn man plötzlich doppelt so schnell tippen wie der Rechner Zeichen anzeigen kann.
Für alle Johnny Controllettis
unter uns, die solchen und ähnlichen Fragen umbedingt auf den Grund gehen müssen, ist Atop gemacht. Atop ist so etwas wie ein top++ mit Gedächtnis. Atop gibt Auskunft über die Last auf einem Rechner, zeigt dabei aber nicht nur – wie top – die CPU-Belastung und die Speicherauslastung an, sondern informiert auch über die Netzwerklast und, aus meiner Sicht das Highlight, über die Festplattenaktivität. Dabei lassen sich auch, sofern man einen entsprechenden Kernel-Patch installiert hat, die Festplatten- und Netzwerkaktivitäten einzelnen Prozessen zuordnen und damit schnell und bequem die Frage beantworten, welcher Prozess für ungebührliche Festplatten- oder unerklärliche Netzwerkaktivitäten verantwortlich ist.
Atop bietet zusätzlich die Möglichkeit, Performance-Parameter zu protokollieren: Per default werden alle 10 Minuten die wichtigsten Informationen abgespeichert (via eines per cronjob ausgeführten atop-Aufrufs). Diese können über den Aufruf “atop -r” abgespielt werden (mit “t” kann man 10 Minuten vorscrollen, mit “T” 10 Minuten zurück).
Wie der Screenshot zeigt, werden Parameter, die sich aus Performance-Sicht in einem kritischen Bereich befinden, farblich hervorgehoben.
Mittels Tastenkürzel kann zwischen verschiedenen Darstellungen umgeschaltet werden. Dabei ändert sich jeweils nur die Ansicht des unteren Fensters, in dem Detail-Informationen je Prozess ausgegeben werden. Je nach Modus werden andere Spalten angezeigt und die Sortierreihenfolge ändert sich. Die wichtigsten Kürzel sind:
- ? oder h – gibt einen Hilfe-Bildschirm aus
- g – “generic”, die default Übersicht (wie im Bild), Sortierung nach “cpu”
- m – “memory”, Speicher-bezogene Übersicht
- d – “disc”, Festplatten-bezogene Übersicht
- n – “net”, Netzwerk-bezogene Übersicht
- v – “various”, Eigentümer der Prozesse, Startdatum u. a.
Mit den folgenden Tastenkürzeln kann die Sortierreihenfolge geändert werden:
- C – “cpu”, sortiere nach CPU-Last
- M – “memory”, sortiere nach Speicherverbrauch
- D – “disc”, sortiere nach Festplattenzugriffen
- N – “net”, sortiere nach Netzlast
- A – “automatic”, sortiere automatisch nach der am stärksten belasteten System-Ressource
Weitere häufig benötigte Tastenkürzel sind:
- k – “kill”, einen Prozess beenden
- q – “quit”, das Programm beenden
- ^F – “forward”, eine Seite vorwärts in der Prozessliste
- ^B – “backward”, eine Seite zurück in der Prozessliste

Hi Peter,
kleine Ergänzung:
Atop schafft dieses Netzwerk- und Festplattenpolling nur mit einem Kernel-Patch. Bei einigen Distributoren mag der Kernel vorgepatcht sein, bei Vanilla ist der zusatzcode nicht enthalten. Die Patches gibt es auf der atop-Seite.
[...] Atop ist ein System- und Prozessmonitor der Auskunft gibt über den Ressourcenverbrauch des Rechners (welche Anwendungen erzeugen Last auf dem Prozessor, dem Netzwerk-Interface oder der Festplatte Ihres Rechners?). Auch hierzu habe ich einen kleinen Artikel geschrieben: Atop – Johnny Controllettis favourite linux tool. [...]